MIT DER E-K-S NACH LONDON
   'No sir, when a man is tired of London, he is tired of life!' (Samuel Johnson)

 

                                                            Gehirn vergrößert sich durch London-Fahrten

                                                                       Studie mit Taxifahrern zeigt große Anpassungsfähigkeit

Das intensive Kennenlernen einer Stadt wirkt sich auf die Hirnstruktur aus. Diesen Prozess haben zwei britische Neurowissenschaftlerinnen bei angehenden Taxifahrern in London verfolgen können. Indem sich die Anwärter auf eine Taxilizenz Tausende Straßen und Sehenswürdigkeiten einpaukten, vergrößerte sich eine für die Navigation zuständige Struktur im Großhirn.

'Selbst bei Erwachsenen ist das Gehirn noch formbar und kann sich anpassen, wenn neue Fähigkeiten erlernt werden', folgert Eleanor Maguire vom University College London. Möglicherweise sei diese Eigenschaft aber individuell unterschiedlich stark ausgeprägt, schreiben die Forscherin und ihre Kollegin Katherine Woollett im Fachblatt Current Biology.

Schon vor Jahren war Maguire aufgefallen, dass bei Taxifahrern der Hippocampus etwas vergrößert ist. Die Struktur liegt an der Unterseite der Schläfenlappen des Großhirns und ist mit dem räumlichen Vorstellungsvermögen verknüpft. Wer die Taxilizenz erwerben will, trainiert diese Fähigkeiten ausgiebig, indem er sich rund 25000 Straßen und wichtige Punkte in einem Umkreis von sechs Meilen um Charing Cross, den Mittelpunkt der Stadt, einprägt. Die Auswirkungen dieses Trainings konnten Maguire und Woollett anhand von 79 Taxi-Anwärtern per Kernspintomografie verfolgen.

 

(FR 09.12.11)