MIT DER E-K-S NACH LONDON
   'No sir, when a man is tired of London, he is tired of life!' (Samuel Johnson)

                        In sein, ohne arm zu werden

Kostenlose Museen und die Märkte im East End bieten viel London für wenig Geld

Von Rainer Heubeck

Wer das Gemälde wohl in Auftrag gegeben hat, will Grant Simon Rogers wissen, als die Besuchergruppe vor dem Bild "Die Gesandten" steht. Der französische Gesandte Jean de Dinteville, der seinen Blick direkt ins Publikum zu richten scheint, oder Georges de Selve, ein junger Bischof, den Hans Holbein der Jüngere auf der rechten Seite dargestellt hat. "Der Bischof ist nur Beiwerk, Jean de Dinteville hat das Bild bezahlt", erläutert Museumsführer Grant Simon Rogers. Etwas länger als eine Stunde dauert seine Führung durch die National Gallery am Londoner Trafalgar Square. Die interessanten und lebendigen Erläuterungen sowie der Eintritt in die riesige Gemäldesammlung kosten nicht einen Penny. Und die Nationalgalerie ist nur eines von knapp einem Dutzend Museen, die in London völlig kostenfrei besucht werden können. Darunter die National Portrait Gallery , das British Museum, die Kunstgalerien Tate Britain und Tate Modern sowie das Victoria & Albert Museum.

Ganze Stadtteile ändern ihr Image

Auch für Besucher, die London schon kennen, lohnt ein Wiedersehen: Eine Bootsfahrt von der "City of London" zur "City of Westminster", £ 3 für Inhaber eines U-Bahn-Passes, zeigt, wie sich die Stadt in den letzten Jahren verändert hat. Das moderne London wurde von Sir Norman Foster gestaltet, dem Architekten der knollenartigen City Hall. Spektakulär: Die von Foster entworfene Hauptverwaltung des Rückversicherers Swiss Re. Das 180 Meter hohe Gebäude wird von den Londonern "the Gherkin" (die Gurke) genannt.

Aus London gibt es nicht nur neue Architekturtrends zu vermelden - auch ganze Stadtteile ändern ihr Image, werden vom Treffpunkt der Underdogs zum Szeneviertel. Beispielsweise das East End, einst ein Arbeiterquartier, heute Hochburg für Einwanderer aus Bangladesh. Hier befinden sich nicht nur die besten und günstigsten Curryrestaurants der Stadt, sondern auch einige der interessantesten Märkte.

Schnäppcheneinkauf auf den Märkten im East End

Ein In-Markt mit Boutiquecharakter ist der "Old Spitalsfield Market". Nicht weit davon entfernt, in der ehemaligen Truman-Brauerei, lockt der alternativ angehauchte Sunday Up-Market. Schnäppchenkauf und Luxusshopping liegen nahe beieinander: Schicke Lederstiefel für £ 10, auf dem Straßenmarkt in der Petticoat Lane kein Problem. Wer hingegen im “Junky Styling”-Shop (www.junkystyling.co.uk/) schräge Reycling-Fashion kaufen will, ist mit £100 pro Rock mit dabei. 

London günstig

Auskunft: VisitBritain & Britain Visitor Centre, Hackescher Markt 1, 10178 Berlin, 01801/468642, im Internet unter www.visitlondon.com/de finden sich Informationen zu kostenlosen Museumsbesuchen und zu den Londoner Märkten. 

East End und Brick Lane: www.visitbricklane.com

Übernachtung: Das Ibis-Hotel London City in der Commercial Street bietet günstige Wochenendtarife (£ 59,95 Pfund pro Zimmer), 0044/207/4228400, www.ibishotel.com

(HNA, 03.03.07)